Im benachbarten Luxemburg bei der Rallye Luxembourg trafen sich zum letzten Lauf um die Citroen Racing Trophy alle Teams, mit dabei auch Melanie Schulz mit Copilotin Jennifer Lerch. Rechnerisch war für das Damenteam nach vorne alles offen. Durch einen sensationellen zweiten Gesamtrang, hinter Ex-Rallyeprofi Bruno Thiery, sicherte sich das AVIA Racing Team den „Vizemeister“ in der Citroen Racing Trophy R3 2016.

Mit etwas Wehmut musste das „Schwabenduo“ die Absage ihrer Heimrallye Baden Württemberg hinnehmen. Als Ersatz diente die Rallye Luxemburg, bei der ersten internationalen Rallye traf man auf harte Konkurrenz aus Luxemburg, Belgien und Frankreich. Ebenso war die Streckenführung am Rande der Ardennen sehr anspruchsvoll. „Schnelle kurvenreiche bergauf und bergab Passagen, überwiegend im Wald und daher auch unübersichtlich sind für mich eine neue aber interessante Herausförderung“ so Melanie Schulz nach der Besichtigungsrunde. Nach einem kleinen „Shakedown“ und einem technische Check am Freitagabend konnte man beruhigt dem Rallyesamstag entgegen sehen.

Frühmorgens bei kalten Temperaturen und Nieselregen war die Teamvorgabe die vor ihnen liegenden 125 Kilometer Wertungsprüfungen bei den ersten zwei Prüfungen sich einzufahren und die Meisterschaftskonkurrenten zu beobachten. Mehrmals musste die erste Prüfung wegen Unfälle unterbrochen werden, mit einer respektablen Fahrzeit unter den Top Zwanzig war Schulz/Lerch mit bei der „Musik“ und konnten somit ihre weitere Gangart für den noch langen Rallyetag bestimmen. Bereits nach dem ersten Service trockneten die Strecken ab und man sah auch gelegentlich die Sonne. Nach dem Wechsel der weichen auf harte Reifen und die Anpassung des Fahrwerksetups war der Grundstein für eine fulminante Fahr nichts mehr im Weg.

Mit immer guten Fahrzeiten bis unter die fünfzehn besten Teams darunter auch ein WRC Fahrzeug und viele R5 Rallyefahrzeuge erzeugten bei der männlichen Konkurrenz große und gläserne Gesichtsausdrücke. Bereits beim zweiten Mittagsservice war die Begeisterung von Schulz und Lerch ins Gesicht geschrieben, „Die Prüfungen sind für uns wie maßgeschneidert, wir haben mit unserem Setup sofort den richtigen Rhythmus gefunden“ so die Bestätigung von Melanie Schulz.

Vor dem letzten Service gab es noch etwas Aufregung, da der Motor nicht mehr richtig lief. Nach kurzer Pause im Regrouping startete der Motor wieder und man schaffte den Weg zum Service. Eine nicht mehr regelmäßige Benzindruckregelung war der Auslöser, was aber in Kürze der Zeit nicht mehr getauscht werden konnte. Die letzten zwei Prüfungen wurde unter hohem Puls von Team und Service, aber mit einer souveränen und Fahrt abgewickelt was dann nach der Zieldurchfahrt gefeiert wurde. Grund dafür war durch eine fehlerfreie und schnellen Fahrt der dreizehnte Platz bei diesem Starterfeld und einen mehr als verdienten „Vizemeistertitel“ in der Citroen Racing Trophy.